Es klingt nach „Zukunft“ – Libraries4Future. Aber was genau assoziieren wir eigentlich als Bibliotheksmitarbeitende damit? Wofür steht „for future„: Für eine gute, gerechte, gesunde, tolerante Gesellschaft der Zukunft, die dafür sorgt, dass diese einzigartige Erde bewohnbar bleibt. (Spoiler: Nennt eure Nachhaltigkeitsaktivitäten weniger „Umwelt- und Klimaschutz“, sondern lieber: „Maßnahmen, um die Bewohnbarkeit unseres Planeten zu erhalten!“)

Fühlen sich damit auch diejenigen angesprochen, die des Wortes Klimaschutz müde sind? Fühlen sich diejenigen eher angesprochen, die in ihrer medialen Bubble jeden Tag lesen: „Das ist doch alles gar nicht so schlimm?“ Oder sind es jene, die denken: Ja, bewohnbar muss unsere Erde bleiben, ich habe Kinder und Enkel, mir ist es nicht ganz egal, welche weiteren Auswirkungen es für diesen Planeten geben wird, wenn wir so weiter machen wie bisher.
Wann habt ihr das letzte Mal in die Zukunft eurer Bibliothek gedacht? Für die nächsten 10, 15 Jahre. Welche Vorstellungen und Imaginationen hattet ihr, wie das Umfeld von Bibliotheken 2040 aussieht? Haben es Bildungs- und Kultureinrichtungen geschafft, eine 4. Dimension von Nachhaltigkeit – die Kultur der Nachhaltigkeit – zu etablieren? In den Köpfen der Menschen, in den Bildungszielen, in der alltäglichen Arbeit, die Bibliotheken leisten? Gibt es einen „Status Quo“, der erreicht worden ist, dass jede Bibliothek in Zusammenarbeit mit der Verwaltung, der Kommune, der Stadt nicht mehr um Ressourcenschutz, Ökostrom und ein energiesparendes Gebäude ringen muss? Werden die nachhaltigsten Bibliotheken aus bestehender Gebäudeinfrastruktur neu erdacht, ohne weitere Flächen mit Beton zu versiegeln?
Können wir in der Zukunft Bibliotheksarbeit so gestalten, dass Besuchende uns als Trendsetter wahrnehmen? Wenn Trends übergreifende, gesellschaftliche Veränderungen und eine große Reichweite mit Wirkungsmessung haben, die nachhaltige Entwicklungen für die Zukunft prägen…wäre das nicht ein passendes „for future“ Szenario in Bibliotheken?
Die Zukunft, die wir wollen, müssen wir selbst gestalten. Zusammen. Zusammen mit den Bündnissen, die sich mutig, unentwegt, kreativ, fordernd, leidenschaftlich dafür einsetzen, dass einiges erreicht worden ist, was mehr Mut machen soll, um weiter für „for future“ zu kämpfen, weil so vieles in die falsche Richtung läuft.
2025 ist ein Jahr, in dem der Internationale Gerichtshof eindeutig sagt, dass eine intakte, gesunde Umwelt ein Menschenrecht ist. Das ist ein Novum, das soll und muss zivilgesellschaftliche Akteuer*innen bestärken, alles dafür zu tun, dass wir Klimafolgen bekämpfen, soziale Ungleichheiten und gesellschaftlichen Spaltungen entgegen wirken. Dass Hass, Hetze und rechter Populismus keinen Platz finden. Dass das „gute Leben für alle“ keine Utopie bleibt.
Zukunftsdenken muss zum Handeln werden: Denkt in die Zukunft, nehmt euch die Zeit, um kreativ, motiviert und konzentriert daran zu feilen, den Kulturwandel im Kopf als Bildungseinrichtung zu befördern. Macht das als Routine: „Zukunftsdenken von uns für euch“ – jeden Monat, mit Bibliotheksnutzenden, mit eurem Team, mit Entscheidungsträger*innen. Es bringt euch weiter, als stets an Hürden & Widerständen zu verzweifeln, es braucht mehr Visionen!
Die gemeinsame Power dazu holt euch am besten am 20.09.2025: Beim deutschlandweiten Klimastreik. Da geht es immer um „for future“ und es tut gut, diese Power dort zu spüren.
Janet Wagner, Mitinitiatorin von „Libraries4Future“, August 2025

